In München sind zur Zeit 3474 Taxis zugelassen und es gibt ca. 2020 Unternehmer, eine ganze Menge, was dafür spricht, daß das Taxigewerbe hauptsächlich ein Einzelunternehmergewerbe ist. Wieviel selbstfahrende Einzelunternehmer es in München gibt, konnte ich nicht rausfinden, beim BZP ist eine Prozentzahl von 77% für ganz Bayern angegeben.
Wenn man sich vor Augen hält, daß es in ganz Bayern nur 7400 Taxis gibt, ist klar, daß in München die Hälfte der Taxen bayernweit herumfährt, wir haben damit die höchste Taxidichte pro Einwohner in ganz Deutschland !Zuständig für die Erteilung von Taxikonzessionen und für die Gewerbeaufsicht, ist das KVR in München. Da es in München (zum Glück) eine Regulierung des Taxiverkehrs gibt, werden seit 1972 - den olympischen Spielen und meinem Geburtsjahr :) - keine neuen Taxikonzessionen in München ausgestellt. In München gibt es 212 fest eingerichtete Taxistandplätze, davon 120 mit Standplatztelefon. Auch, wenn ich schon seit 9 Jahren Taxi fahre, so war ich noch nicht an allen Standplätzen in München gestanden, kenne auch nicht alle, v.a. in den Außenbezirken gibt es da so einige, wo ich nicht mal genau weiß, wo die überhaupt sind ...
Wenn man in München den Taxischein machen will, muß man 700 Straßen der insgesamt 7000 Straßen in München lernen, dazu kommen nochmal ca. 600Adressen von Ämtern, Hotels, Konsulaten etc. Das ist eine ganze Menge, ich kann mir aber vorstellen, daß es in Berlin oder Hamburg noch um einiges mehr ist, was man zu lernen hat. Es gibt 2 Taxischulen in München, bei denen man einen Kurs belegen kann, zum Einen die Taxischule der Taxi München eG, zum Anderen die Taxischule des TVM, der mit dem Isarfunk kooperiert. Die Kosten sind ziemlich gleich und liegen bei 120,- € bzw. 150,- €. Zudem benötigt man ein polizeiliches Führungszeugnis, eine Augenuntersuchung und eine "kleine" MPU. Die Gesamtkosten für den Taxischein belaufen sich auf ca. 300,- €. Die Ortskundeprüfung macht man dann beim TÜV, bei dem man inzwischen auch alle erforderlichen Untersuchungen erledigen kann.
Ich hab keinen der beiden Taxikurse besucht. Ich hatte mich zwar für den Kurs bei der Taxi eG angemeldet, war dann aber nur 1x dort, da ich nach meinem 1.Besuch des Unterrichts beschloßen hatte, das Ganze selber zu Hause zu lernen. Das Unterrichtsmaterial konnte man sich auch getrennt vom Kurs für damals 50,- DM kaufen, heute werden das wohl 50,- € sein.
Im Kurs werden die einzelnen Stadtbezirke durchgenommen, welche relevanten Straßen es gibt, wie man von Giesing nach Untermenzing kommt etc. Sowas kann man auch zu Hause lernen, dachte ich mir und es hat dann letztendlich auch geklappt.
Der Taxischein ist relativ schwierig, da es einen reine Auswendiglernerei ist und man sich die einzelnen Adressen in sein Hirn reinpauken muß. Ich hab das mit Karteikarten gemacht, die ich immer und überall mit dabei hatte. Ich selber kann mich noch an 1 Adresse erinnern, die ich damals
ums Verrecken nicht in meinen Kopf bekommen hab: Das Hotel Maria in der
Schwanthalerstr. 112 !
Sämtliche Adressen kann man nach dem Kurs wieder getrost vergessen, da es als Taxifahrer dann erlaubt bzw. Pflicht ist, das sog. "WO"-Buch mitzunehmen, in dem sämtliche aktuelle Adressen in München aufgeführt sind, inzwischen ist dieses Buch in elektronischer Form im Datenfunkgerät der Taxi eG eingebunden. Aber so ist das nun mal mit dem Taxischein: Man muß alles auswendig lernen, obwohl es inzwischen Navigationsgeräte und Adresslisten gibt, das hat aber durchaus seine Berechtigung, da Taxifahren nicht nur daraus besteht, Straßennamen ins Navi einzutippen und sich dahin leiten zu lassen (auch, wenn das manche "Kollegen" mal gerne vergessen). Die wohl obskurste Begebenheit in dieser Hinsicht konnte ich mal am Taxistand der Münchner Freiheit beobachten, als ein "Kollege" die Hohenzollernstraße in sein Navi eingetippt hat, als ein Fahrgast zu gestiegen ist, der da hin wollte ! Zur Info für alle Nicht-Münchner: Die Hohenzollernstraße befindet sich ca. 300m südlich der Müchner Freiheit ...
Wer sich die Kosten für den Taxischein sparen will, kann diesen auch bei einem der Großunternehmer machen, die entweder selber Taxikurse anbieten oder die Kosten für den Schein übernehmen, wofür man sich im Gegenzug verpflichtet, mindestens ein ½ Jahr bei diesem Unternehmer zu fahren.
Die Entscheidung, ob man bei einem Groß- oder Kleinunternehmer fährt, liegt prinzipiell bei einem selber. Großunternehmen, die also 10 Taxen und mehr betreiben, bieten den Vorteil, daß man sehr flexibel und unabhängig seine Arbeitszeiten bestimmen kann, da meistens - außer am Wochenende - ein Taxi zur Verfügung steht. Bei Kleinunternehmern gibt es dafür im Gegenzug meistens bessere Konditionen, dafür ist der Unternehmer aber auch auf eine hohe Auslastung seiner Fahrzeuge angewiesen, Urlaub machen geht also nicht kurzfristig.
Als Taxifahrer bekommt man kein Festgehalt, sondern ist prozentual am Umsatz beteiligt, ähnlich wie in der Gastronomie, so daß wir ca. 40 - 50 % des Umsatzes erhalten, das ist abhängig vom jeweiligen Unternehmer.
Wenn man also seinen Taxischein in der Tasche hat, sucht man sich einen Taxiunternehmer, am besten sollte er in der Nähe des Wohnortes sein, damit man schnell zur Arbeit kommt. Ich selber fahre inzwischen wieder bei einem Großunternehmer mit 20 Taxen in Schwabing, weil mir die flexibleren Arbeitszeiten besser liegen. Zudem sind Großunternehmen auch besser in den Büroabläufen und in der Werkstatt organisiert, so daß man keine Scherereien mit der moantlichen Abrechnung oder kaputten Autos hat, was bei Kleinunternehmern durchaus öfters der Fall sein kann.
Die meisten Garagen setzen nach wie vor auf Mercedes, VW hat sich inzwischen auch einen großen Anteil im Taximarkt erkämpft, aber Mercedes ist nach wie vor die bestimmende Marke am Taximarkt.
Anbei mal ein Bild von der Taxigarage meines Unternehmers, im Vordergrund erkennt man das Heck eines Toyota Prius, den inzwischen auch Einige fahren:
Das meistgefahrene Modell ist die E-Klasse, es gibt aber auch viele, die auf die B-Klasse setzen. Ich persönlich mag keines dieser Autos und würde mir als Unternehmer never - ever eine E-Klasse kaufen. Abgesehen von den viel zu hohen Anschaffungskosten - für ein E-Klasse-Taxi legt man über 30.000 € netto hin -, verbrauchen die Mercedese für meinen Geschmack viel zu viel Sprit, unter 10 l Diesel geht bei einer E-Klasse gar nichts, der Innenraum ist viel zu eng, daß soll auch bei der neuen W212-Reihe nicht anders sein und sie sind schlecht verabeitet. Ich selber hab schon 3 E-Klassen mit Spannungsrissen in der Frontscheibe gefahren. Spannungsriß bedeutet, daß die Frontscheibe quer über die ganze Seite gesprungen war ... deutsche Wertarbeit. Die W210 - Reihe war noch um einiges besser verarbeitet und hat auch deutlich weniger Sprit verbraucht, in der Regel konnte man diese Reihe mit ca. 7-8 l fahren (der neue W212 soll angeblich mit 5-6 l Diesel fahren, das bleibt aber erstmal abzuwarten). Der Innenraum war auch größer, eine nicht unerhebliche Variable, wenn man bedenkt, daß man ca. 10 -12 Stunden täglich in der Kiste sitzt und es die Fahrgäste ja auch bequem haben sollen.
Was man der E-Klasse zu Gute halten kann, ist, daß sie mit der neuen Einspritztechnologie beim Diesel abgeht wie Sau. Der 220 CDI hat satte 170 PS unter der Haube, was sich beim Gas geben an der Ampel durchaus bemerkbar macht. Letzten Samstag mußte da ein Honda - Civic - Fahrer, tiefergelegt, Breitreifen Schnickschnack, dran glauben, der meinte, er könnte schneller sein. Ich liiieeebe Lichthupen hinter mir ...

Mein persönlicher Vorzug gilt VW, ich bin absoluter VW-Fan. Die Anschaffungskosten sind geringer, auch, wenn der Passat vom Preis her an die E-Klasse hinkommt, billiger ist er trotzdem. Raumangebot ist größer, sie sind leichter und billiger zu reparieren und der Spriverbrauch ist deutlich geringer. VW-Bus ist natürlich die Königsklasse, ich bin begeisterter Busfahrer.
Als ich noch bei einem Kleinunternehmer einen Bus gefahren bin, hatte ich aber in Bezug auf Schnelligkeit auch mal andersherum ein Erlebnis der besonderen Art:
Ich hatte am frühen Sonntag Abend eine Flughafenfahrt und machte mich auf den Rückweg nach München. Vom Terminal 2 aus muß man über einen Kreisverkehr und eine Einfahrtstraße auf einen Zubringer, der dann wiederum ca. 800m weiter auf die Hauptstrecke der Autobahn nach München mündet. Diese Einfahrtsstraße ist zweispurig und mündet bei einer Brücke in den ebenfalls zweispurigen Autobahnzubringer. Ich fuhr mit meinem VW-Bus ganz brav auf der rechten Spur, während links neben mir ein BMW, ein Audi und Opel fuhren. Wir fuhren dann so Richtung Brücke, bei der man sich dann auf den Autobahnzubringer einfädeln muß.
Da es Sonntag Abend war, war auf dem Zubringer kein Auto unterwegs, die Autos links neben mir hätten also problemlos nach links rüberfahren können. Die linke Einfädelspur wird in den Zubringer weitergeführt, so daß keiner der Autos, die links von mir waren, hätten die Spur wechseln müßen, die rechte Einfädelspur aber endet an der Brücke.
Ich setzte also meinen Blinker, um in diese linke Spur rüberwechseln. Der BMW rechts neben mir hat daraufhin erstmal demonstrativ Gas gegeben, um die Lücke zwischen ihm und dem Audi zu schließen. Ich hab noch ein bißchen mehr Gas gegeben, um in die Lücke zwischen Audi und Opel zu gelangen. Aber auch der Audifahrer machte keine Anstalten, mich auf die linke Spur rüber zu lassen. Inzwischen waren wir schon fast bei der Brücke angelangt und meine rechte Spur endete bald.
Ich hatte 2 Alternativen: entweder bremsen und die Autos an mir vorbeilassen und einfach auf die linke Spur rüberfahren ... wohlgemerkt hätten sowohl der BMW als auch der Audi ganz einfach und bequem in die rechte Spur des Autobahnzubringers wechseln können, dazu fühlte sich aber keiner von den beiden bemüßigt.
Ich hab mich dann, ganz in LKW-Manier, für die 2. Variante entschieden und hab mich in die Lücke zwischen Audi und Opel gedrängt, so daß der Audifahrer erstmal bremsen mußte ... der Adrenalinspiegel steigt bei einer solchen Aktion sehr schnell sehr hoch ...
Das endete natürlich in einem Mordsgehupe und Lichtblinkerei, aber ich war auf der Spur, die nicht am Brückenpfeiler endete.
Damit wars aber noch nicht genug:
Als wir dann alle unter der Brücke hindurchgefahren waren, setzte sich der Audi mit mächtigem Motorgeheule vor mich und bremste mich aus. Ich umging das, indem ich auf die linke Spur rüber wechselte und wir auf gleicher Höhe auf die Stammstrecke der Autobahn zurasten. In einer Rechtskurve mündet der Autobahnzubringer, auf dem wir fuhren, auf besagte Stammstrecke, rechts von der Stammstrecke zweigt dann eine Ausfahrt zu den Parkplätzen und der Tankstelle ab. Mit einem Mercedes hätt ich einfach Gas gegeben und hätte den Audi wohl auch "verseilen" können, mit einem VW-Bus geht das aber nicht. Deswegen machte ich dann, als wir so auf die Stammstrecke einfuhren, auf der linken Spur eine Bremsung und fuhr hinter dem Audi vorbei auf die Ausfahrtsstraße zu den Parkplätzen und der Tankstelle. Damit war dann das Problem gelöst und ich fuhr ganz gemütlich zur Agip, um mir erstmal einen Kaffee zu kaufen - was ich eh vorhatte - und um meinen Adrenalinpegel wieder zu senken. Harte Gepflogenheiten im Münchner Straßenverkehr.
Interne Links:
-> Taxiunternehmer Teil II
-> Taxiunternehmer Teil III
-> Taxiunternehmer Teil IV
Wenn man sich vor Augen hält, daß es in ganz Bayern nur 7400 Taxis gibt, ist klar, daß in München die Hälfte der Taxen bayernweit herumfährt, wir haben damit die höchste Taxidichte pro Einwohner in ganz Deutschland !Zuständig für die Erteilung von Taxikonzessionen und für die Gewerbeaufsicht, ist das KVR in München. Da es in München (zum Glück) eine Regulierung des Taxiverkehrs gibt, werden seit 1972 - den olympischen Spielen und meinem Geburtsjahr :) - keine neuen Taxikonzessionen in München ausgestellt. In München gibt es 212 fest eingerichtete Taxistandplätze, davon 120 mit Standplatztelefon. Auch, wenn ich schon seit 9 Jahren Taxi fahre, so war ich noch nicht an allen Standplätzen in München gestanden, kenne auch nicht alle, v.a. in den Außenbezirken gibt es da so einige, wo ich nicht mal genau weiß, wo die überhaupt sind ...
Wenn man in München den Taxischein machen will, muß man 700 Straßen der insgesamt 7000 Straßen in München lernen, dazu kommen nochmal ca. 600Adressen von Ämtern, Hotels, Konsulaten etc. Das ist eine ganze Menge, ich kann mir aber vorstellen, daß es in Berlin oder Hamburg noch um einiges mehr ist, was man zu lernen hat. Es gibt 2 Taxischulen in München, bei denen man einen Kurs belegen kann, zum Einen die Taxischule der Taxi München eG, zum Anderen die Taxischule des TVM, der mit dem Isarfunk kooperiert. Die Kosten sind ziemlich gleich und liegen bei 120,- € bzw. 150,- €. Zudem benötigt man ein polizeiliches Führungszeugnis, eine Augenuntersuchung und eine "kleine" MPU. Die Gesamtkosten für den Taxischein belaufen sich auf ca. 300,- €. Die Ortskundeprüfung macht man dann beim TÜV, bei dem man inzwischen auch alle erforderlichen Untersuchungen erledigen kann.
Ich hab keinen der beiden Taxikurse besucht. Ich hatte mich zwar für den Kurs bei der Taxi eG angemeldet, war dann aber nur 1x dort, da ich nach meinem 1.Besuch des Unterrichts beschloßen hatte, das Ganze selber zu Hause zu lernen. Das Unterrichtsmaterial konnte man sich auch getrennt vom Kurs für damals 50,- DM kaufen, heute werden das wohl 50,- € sein.
Im Kurs werden die einzelnen Stadtbezirke durchgenommen, welche relevanten Straßen es gibt, wie man von Giesing nach Untermenzing kommt etc. Sowas kann man auch zu Hause lernen, dachte ich mir und es hat dann letztendlich auch geklappt.
Der Taxischein ist relativ schwierig, da es einen reine Auswendiglernerei ist und man sich die einzelnen Adressen in sein Hirn reinpauken muß. Ich hab das mit Karteikarten gemacht, die ich immer und überall mit dabei hatte. Ich selber kann mich noch an 1 Adresse erinnern, die ich damals
ums Verrecken nicht in meinen Kopf bekommen hab: Das Hotel Maria in der
Schwanthalerstr. 112 !
Sämtliche Adressen kann man nach dem Kurs wieder getrost vergessen, da es als Taxifahrer dann erlaubt bzw. Pflicht ist, das sog. "WO"-Buch mitzunehmen, in dem sämtliche aktuelle Adressen in München aufgeführt sind, inzwischen ist dieses Buch in elektronischer Form im Datenfunkgerät der Taxi eG eingebunden. Aber so ist das nun mal mit dem Taxischein: Man muß alles auswendig lernen, obwohl es inzwischen Navigationsgeräte und Adresslisten gibt, das hat aber durchaus seine Berechtigung, da Taxifahren nicht nur daraus besteht, Straßennamen ins Navi einzutippen und sich dahin leiten zu lassen (auch, wenn das manche "Kollegen" mal gerne vergessen). Die wohl obskurste Begebenheit in dieser Hinsicht konnte ich mal am Taxistand der Münchner Freiheit beobachten, als ein "Kollege" die Hohenzollernstraße in sein Navi eingetippt hat, als ein Fahrgast zu gestiegen ist, der da hin wollte ! Zur Info für alle Nicht-Münchner: Die Hohenzollernstraße befindet sich ca. 300m südlich der Müchner Freiheit ...
Wer sich die Kosten für den Taxischein sparen will, kann diesen auch bei einem der Großunternehmer machen, die entweder selber Taxikurse anbieten oder die Kosten für den Schein übernehmen, wofür man sich im Gegenzug verpflichtet, mindestens ein ½ Jahr bei diesem Unternehmer zu fahren.
Die Entscheidung, ob man bei einem Groß- oder Kleinunternehmer fährt, liegt prinzipiell bei einem selber. Großunternehmen, die also 10 Taxen und mehr betreiben, bieten den Vorteil, daß man sehr flexibel und unabhängig seine Arbeitszeiten bestimmen kann, da meistens - außer am Wochenende - ein Taxi zur Verfügung steht. Bei Kleinunternehmern gibt es dafür im Gegenzug meistens bessere Konditionen, dafür ist der Unternehmer aber auch auf eine hohe Auslastung seiner Fahrzeuge angewiesen, Urlaub machen geht also nicht kurzfristig.
Als Taxifahrer bekommt man kein Festgehalt, sondern ist prozentual am Umsatz beteiligt, ähnlich wie in der Gastronomie, so daß wir ca. 40 - 50 % des Umsatzes erhalten, das ist abhängig vom jeweiligen Unternehmer.
Wenn man also seinen Taxischein in der Tasche hat, sucht man sich einen Taxiunternehmer, am besten sollte er in der Nähe des Wohnortes sein, damit man schnell zur Arbeit kommt. Ich selber fahre inzwischen wieder bei einem Großunternehmer mit 20 Taxen in Schwabing, weil mir die flexibleren Arbeitszeiten besser liegen. Zudem sind Großunternehmen auch besser in den Büroabläufen und in der Werkstatt organisiert, so daß man keine Scherereien mit der moantlichen Abrechnung oder kaputten Autos hat, was bei Kleinunternehmern durchaus öfters der Fall sein kann.
Die meisten Garagen setzen nach wie vor auf Mercedes, VW hat sich inzwischen auch einen großen Anteil im Taximarkt erkämpft, aber Mercedes ist nach wie vor die bestimmende Marke am Taximarkt.
Anbei mal ein Bild von der Taxigarage meines Unternehmers, im Vordergrund erkennt man das Heck eines Toyota Prius, den inzwischen auch Einige fahren:
Das meistgefahrene Modell ist die E-Klasse, es gibt aber auch viele, die auf die B-Klasse setzen. Ich persönlich mag keines dieser Autos und würde mir als Unternehmer never - ever eine E-Klasse kaufen. Abgesehen von den viel zu hohen Anschaffungskosten - für ein E-Klasse-Taxi legt man über 30.000 € netto hin -, verbrauchen die Mercedese für meinen Geschmack viel zu viel Sprit, unter 10 l Diesel geht bei einer E-Klasse gar nichts, der Innenraum ist viel zu eng, daß soll auch bei der neuen W212-Reihe nicht anders sein und sie sind schlecht verabeitet. Ich selber hab schon 3 E-Klassen mit Spannungsrissen in der Frontscheibe gefahren. Spannungsriß bedeutet, daß die Frontscheibe quer über die ganze Seite gesprungen war ... deutsche Wertarbeit. Die W210 - Reihe war noch um einiges besser verarbeitet und hat auch deutlich weniger Sprit verbraucht, in der Regel konnte man diese Reihe mit ca. 7-8 l fahren (der neue W212 soll angeblich mit 5-6 l Diesel fahren, das bleibt aber erstmal abzuwarten). Der Innenraum war auch größer, eine nicht unerhebliche Variable, wenn man bedenkt, daß man ca. 10 -12 Stunden täglich in der Kiste sitzt und es die Fahrgäste ja auch bequem haben sollen.
Was man der E-Klasse zu Gute halten kann, ist, daß sie mit der neuen Einspritztechnologie beim Diesel abgeht wie Sau. Der 220 CDI hat satte 170 PS unter der Haube, was sich beim Gas geben an der Ampel durchaus bemerkbar macht. Letzten Samstag mußte da ein Honda - Civic - Fahrer, tiefergelegt, Breitreifen Schnickschnack, dran glauben, der meinte, er könnte schneller sein. Ich liiieeebe Lichthupen hinter mir ...

Mein persönlicher Vorzug gilt VW, ich bin absoluter VW-Fan. Die Anschaffungskosten sind geringer, auch, wenn der Passat vom Preis her an die E-Klasse hinkommt, billiger ist er trotzdem. Raumangebot ist größer, sie sind leichter und billiger zu reparieren und der Spriverbrauch ist deutlich geringer. VW-Bus ist natürlich die Königsklasse, ich bin begeisterter Busfahrer.
Als ich noch bei einem Kleinunternehmer einen Bus gefahren bin, hatte ich aber in Bezug auf Schnelligkeit auch mal andersherum ein Erlebnis der besonderen Art:
Ich hatte am frühen Sonntag Abend eine Flughafenfahrt und machte mich auf den Rückweg nach München. Vom Terminal 2 aus muß man über einen Kreisverkehr und eine Einfahrtstraße auf einen Zubringer, der dann wiederum ca. 800m weiter auf die Hauptstrecke der Autobahn nach München mündet. Diese Einfahrtsstraße ist zweispurig und mündet bei einer Brücke in den ebenfalls zweispurigen Autobahnzubringer. Ich fuhr mit meinem VW-Bus ganz brav auf der rechten Spur, während links neben mir ein BMW, ein Audi und Opel fuhren. Wir fuhren dann so Richtung Brücke, bei der man sich dann auf den Autobahnzubringer einfädeln muß.
Da es Sonntag Abend war, war auf dem Zubringer kein Auto unterwegs, die Autos links neben mir hätten also problemlos nach links rüberfahren können. Die linke Einfädelspur wird in den Zubringer weitergeführt, so daß keiner der Autos, die links von mir waren, hätten die Spur wechseln müßen, die rechte Einfädelspur aber endet an der Brücke.
Ich setzte also meinen Blinker, um in diese linke Spur rüberwechseln. Der BMW rechts neben mir hat daraufhin erstmal demonstrativ Gas gegeben, um die Lücke zwischen ihm und dem Audi zu schließen. Ich hab noch ein bißchen mehr Gas gegeben, um in die Lücke zwischen Audi und Opel zu gelangen. Aber auch der Audifahrer machte keine Anstalten, mich auf die linke Spur rüber zu lassen. Inzwischen waren wir schon fast bei der Brücke angelangt und meine rechte Spur endete bald.
Ich hatte 2 Alternativen: entweder bremsen und die Autos an mir vorbeilassen und einfach auf die linke Spur rüberfahren ... wohlgemerkt hätten sowohl der BMW als auch der Audi ganz einfach und bequem in die rechte Spur des Autobahnzubringers wechseln können, dazu fühlte sich aber keiner von den beiden bemüßigt.
Ich hab mich dann, ganz in LKW-Manier, für die 2. Variante entschieden und hab mich in die Lücke zwischen Audi und Opel gedrängt, so daß der Audifahrer erstmal bremsen mußte ... der Adrenalinspiegel steigt bei einer solchen Aktion sehr schnell sehr hoch ...
Das endete natürlich in einem Mordsgehupe und Lichtblinkerei, aber ich war auf der Spur, die nicht am Brückenpfeiler endete.

Damit wars aber noch nicht genug:
Als wir dann alle unter der Brücke hindurchgefahren waren, setzte sich der Audi mit mächtigem Motorgeheule vor mich und bremste mich aus. Ich umging das, indem ich auf die linke Spur rüber wechselte und wir auf gleicher Höhe auf die Stammstrecke der Autobahn zurasten. In einer Rechtskurve mündet der Autobahnzubringer, auf dem wir fuhren, auf besagte Stammstrecke, rechts von der Stammstrecke zweigt dann eine Ausfahrt zu den Parkplätzen und der Tankstelle ab. Mit einem Mercedes hätt ich einfach Gas gegeben und hätte den Audi wohl auch "verseilen" können, mit einem VW-Bus geht das aber nicht. Deswegen machte ich dann, als wir so auf die Stammstrecke einfuhren, auf der linken Spur eine Bremsung und fuhr hinter dem Audi vorbei auf die Ausfahrtsstraße zu den Parkplätzen und der Tankstelle. Damit war dann das Problem gelöst und ich fuhr ganz gemütlich zur Agip, um mir erstmal einen Kaffee zu kaufen - was ich eh vorhatte - und um meinen Adrenalinpegel wieder zu senken. Harte Gepflogenheiten im Münchner Straßenverkehr.
Interne Links:
-> Taxiunternehmer Teil II
-> Taxiunternehmer Teil III
-> Taxiunternehmer Teil IV
Trixi am
Dienstag, 17. März 2009
19:37h //























Blogs, die hierher linken 


Servus in meinem Blog!



2 Kommentare:
Das ist ja mal ne nette Übersicht über die Taxibedingungen in München.
Was die Ortskundeprüfung angeht: Hier in Berlin gibt es ja keine Konzessions-Regelung, sodass die Prüfung schon ein wenig härter ist. Aber gar nicht mal vom Umfang der Adressen - das ist nahezu gleich - Straßen sogar weniger. Aber in der mündlichen Prüfung muss man zwischen den 600 Objekten auch noch den jeweils kürzesten Weg kennen (und zwar mit allen Straßennamen!)
Ich bin übrigens auch zufriedener Großunternehmen-Fahrer, weil mir die Flexibilität ehrlich gesagt wichtiger ist, als 5% mehr Gehalt.
Naja, aber zugegeben: Arbeitsweg und Nutzbarkeit des Autos (ich darf zwar Privatfahrten machen, aber habe das Auto ja nur über Nacht) lassen mich längerfristig schon an eine Selbstständigkeit denken...
Hi Sash,
danke, danke :) hab's, glaub ich, nur etwas zu lang geschrieben.
Was den Taxischein anbelangt: die Straßen zu den 600 Adressen müßen wir auch wissen und auch hinfinden, kürzester Weg und so, mündliche Prüfung haben wir allerdings keine, nur eine schriftliche.
Seit wann habt ihr eigentlich eine Deregulierung in Berlin ? In München haben wir inzwischen Einzelkonzessionspreise um die 20.000 €, 2007/2008 lagen sie sogar bei 30.000 € :\ ... bin aber andereseits froh darum, da sich bei uns noch gut was verdienen läßt, zumindest teilweise, seit März wird's bei uns magerer, die allgemeine Wirtschaftskrise schlägt auch bei uns durch.
Unternehmerkurs mach ich gerade, ist auf jeden Fall leichter wie der Taxischein, poste ich die nächsten Tage noch was dazu.
Grüße Trixi :)
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