Wenig los

Freitag, 9. Oktober 2009
Zur Zeit ist wenig los hier. Weil ich im Moment mit anderen Sachen beschäftigt bin, weil ich mich um meine Selbstständigkeit kümmern muß und privat auch einige Sachen anstehen, die erledigt werden müßen. Deswegen gibt’s zur Zeit wenige Artikel von mir, wird auch noch eine Weile so bleiben. Ich hoffe, ich fliege trotzdem nicht aus eurem Feedreader. smile

Die Wiesn ist vorbei und es ist wieder ruhig geworden in der Stadt. Die Exporeal lief gut, eine 2. Messe geht heute zu Ende. Also alles wieder beim Alten, der Alltag hat uns wieder, Gott sei Dank!

Die Wiesn lief für mich relativ ruhig, keine Kotzer, keine Querelen. Heuer war sie eh nicht besonders, da wegen der Finanzkrise weniger Touristen kamen. Das Italienerwochenende fiel quasi aus, Amerikaner und Australier gab’s so gut wie keine. Die Absperrung der Wiesn in der 2. Woche hat ihr übriges dazu getan. Nur die Rikschafahrer haben den größten Reibach gemacht, weil die, im Gegensatz zu uns, in die Absperrung reinfahren konnten. Taxis durften sich lediglich am Busparkplatz aufstellen. Ein Kollege von mir beschrieb das so: „Da seh ich den mit der Rikscha in die Absperrung reinfahren, ohne Kontrolle durch die Polizei, und 20 Sekunden später kommt der schon wieder raus geflitzt mit neuen Fahrgästen.“ Die Preise, die von den Rikschas verlangt und auch oft genug bezahlt wurden, hatten astronomische Dimensionen: 30 € zum Hauptbahnhof (ca. 800m Fahrtstrecke, Taxipreis 7 €), 50 € zum Viktualienmarkt. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Ein Freund von mir wollte zum Thierschplatz, Luftlinie von der Wiesn ca. 3km. Für die Fahrt wollte der Rikschafahrer ebenfalls 50 €. Über unsere sog. „Gewerbevertretung“ laß ich mich hier jetzt nicht aus... peng

Aber was soll’s, aufregen bringt eh nix. Sollten diese Zustände aber nächstes Jahr wieder so sein, kann ich mir durchaus vorstellen, daß der ein oder andere Rikschafahrer ein blaues Auge bekommt. Daß es jedes Jahr mehr werden, ist eh klar. Irgendwann ist der Kuchen bei denen auch aufgeteilt.
Für die Wiesn an sich war es relativ gut, daß weniger los war. Viele Fahrgäste freuten sich darüber, daß sie sogar am Abend relativ problemlos einen Platz in den Zelten bekamen. Letztes Jahr noch waren alle Zelte ausnahmslos um 13 Uhr wegen Überfüllung geschloßen, auch unter der Woche.

Morgen am Samstag findet der Taxitreff bei Taxi Much in Bad Tölz statt. Also werd ich mich morgen mittag aus dem Bett quälen und mich dort ein bißchen umschauen. So langsam wird’s konkreter. bigsmile

Cu Trixi

Bombenstimmung

Freitag, 2. Oktober 2009
Ihr habt euch sicher schon gefragt, wann schreibt sie denn wieder was zur Wiesn. Ganz ehrlich: Die Wiesn schlaucht! Mich zumindest ungemein. Bei anderen Kollegen ist das anders, die blühen zur Wiesn regelrecht auf. Aber bei mir ist das anders. Die 1. Woche geht meistens noch ganz gut, in der 2. Woche fängt es an, daß ich immer mehr schlafe und ausgelaugter werde. traurig

Inzwischen hat wohl ganz Deutschland mitbekommen, daß wir ja eine sehr bedrohliche Terrordrohung mittels eines Videos bekommen haben und die Münchner Polizei hat darauf auch sehr prompt reagiert. Nämlich in der Form, daß die komplette Wiesn abgeriegelt wurde. Sämtliche Zufahrtswege von und zur Wiesn sind gesperrt und für Autos nicht freigegeben, inklusive Taxis. Einzige Zufahrtsmöglichkeit zur Wiesn besteht über eine kleine Seitenstraße, durch die man dann auf dem Busparkplatz gelangt. Wer dort reinfahren will, wird von der Polizei komplett gefilzt inklusive Körperkontrolle...
Wer eine Übersicht über die Absperrungen und die Pressemeldung des Poliezipräsidenten lesen möchte, kann das hier tun.

Die Frage nach dem Sinn oder Un-Sinn einer solchen Absperrung kann sich jeder selber überlegen. Dadurch, daß sich sämtliche Münchner Polizisten und der Bundesgrenzschutz ausschließlich rund um die Wiesn tummeln, mangelt es im Rest der Stadt an Polizisten. Schlägereien im Kunstpark und am Maximiliansplatz sind an der Tagesordnung.
Vorgestern fuhr ich einen Zivilpolizisten nach Hause, der privat unterwegs war und sich köstlich über das ganze Spektakel amüsierte. Denn eins ist klar: Wenn jemand eine Bombe hochgehen lassen möchte, schafft er das. Wenn nicht auf der Wiesn, dann eben in der U-Bahn oder auf dem Marienplatz, wo ebenfalls Polizei Mangelware ist. Man kann nun mal nicht die ganze Stadt absperren.

Die Wiesn war/ist heuer eh nicht besonders, das hatte sich schon in der 1. Woche abgezeichnet. Durch die Finanzkrise bedingt sind viel weniger Touristen gekommen, v.a. keine Amerikaner, Australier und aus welchen Ländern auch immer. Das sog. „Italienerwochenende“, das am 2. Wiesnwochenende stattfindet, fiel quasi komplett aus. Die komplette Absperrung der Wiesn ab letzten Sonntag tat ihr übriges dazu, daß die Zelte nicht leer, aber weitaus weniger überfüllt sind, wie das die letzten Jahre der Fall war.
Positiver Nebeneffekt: Man bekommt auch abends fast problemlos einen Platz in den Zelten. Die letzten Jahre waren die ab Mittag schon wegen Überfüllung geschloßen.

Generell also eine eher ruhigere Wiesn, der Umsatz paßt aber trotzdem. Und anstrengend ist es trotzdem wie immer. Nächstes Jahr werd ich mich sehr darum bemühen, nicht fahren zu müßen und während der Zeit Urlaub machen zu können. Und auf die Exporeal, die am Montag startet, freu ich mich ungemein: Alle Aushilfswi**erfahrer weg, keine Besoffenen mehr, jede Menge Messebesucher in der Stadt, eine wahre Freude und Wohltat!
Das letzte Wochenende werd ich auch noch hinbekommen und dann ist endlich Schluß mit dem ganzen Gezeter in der Stadt. peng

Cu Trixi

25 €?

Donnerstag, 24. September 2009
Man stelle sich vor:
an der Wiesn steigt einem ein besoffenes Waagscheidl (bairisch für Betrunkener, Besoffener) ein. Der möchte in einen Vorort von München. Während der Fahrt muß man sich dann anhören, daß man eh nur die CDU bzw. CSU wählen kann und es hier viel zu viele Türken gibt und die Türkei in der EU sowieso nix verloren hat.

Weiter stelle man sich vor, der Fahrtpreis beträgt 24,10 € und man bekommt einen 20 € und einen 50 € Schein in die Hand gedrückt mit den Worten: „Gibst ma an 5er z’ruck.“ Was macht man dann? Man gibt einen 5er zurück, ist doch logisch oder?

Cu Trixi

Der Pizzabäcker

Die Fußballspieler des FC Bayern sind natürlich in der ganzen Nachtszene in München heiß umschwärmt und ein Anziehungspunkt. Oliver Kahn war zu seinen aktiven Zeiten regelmäßig in der Boulevardpresse vertreten und wo immer Bastian Schweinsteiger & Co. auftauchen, stehen sie im Mittelpunkt und die Mädels reißen sich um sie. Aber ich greife vor, immer der Reihe nach.

Letzte Woche vor dem Wiesnanstich war in München die Drinktec, die größte Messe für Getränketechnologie, die nur alle 4 Jahre stattfindet. Zu Beginn der Messe hatte ich eine sehr nette junge Frau in meinem Alter zu ihrem Hotel gefahren und weil wir uns so gut verstanden, hat sie mich ein paar Mal angerufen, damit ich sie fahre. Am Samstag, dem Wiesnbeginn, war die Messe zu Ende und ich erhielt gegen 1 Uhr früh einen Anruf von ihr. Sie war in einem italienischen Restaurant und wollte in ihr Hotel. Da es nicht weit weg war, sagte ich ihr, daß ich in 10 Minuten da sei. Sie wollte dann raus kommen, da das Restaurant in einem Innenhof war, in den ich nicht reinfahren konnte.
Gesagt, getan, nach 10 Minuten stand ich an der Straße und wartete auf sie. Und wartete. Nach 5 Minuten wurde ich etwas nervös, denn das Geschäft brummte um diese Zeit ordentlich und ich wollte nicht zu viele Fahrten verpassen. Ein Anruf auf ihrem Handy brachte nichts, es war wohl zu laut im Restaurant. Nach nochmals 5 Minuten kam sie dann endlich raus und war ziemlich aufgebracht und sauer. Nachdem ich sie gefragt hatte, was denn passiert sei, erzählte sie ihre Geschichte:

Zum Abschluß der Messe hatte ihre Firma - der größte Austeller der eine ganze Halle gemietet hatte - eine Feier in diesem Italiener gebucht. Das ganze Messeteam dürften ca. 50 Leute gewesen sein. Deswegen ging sie auch davon aus, daß sie allein in dem Restaurant waren. Waren sie auch fast, nur an einem Tisch war 1 großer, schlanker Mann mit 3 Mädels gesessen. Dieser große Mann war anscheinend nicht unbekannt, denn sie konnte beobachten, wie die Mädels per Handy ihre Freundinnen anriefen und ihnen Bescheid sagten, sie sollen in dieses Restaurant kommen. Die letzten Wiesnzelte hatten gerade geschloßen und so strömten mit der Zeit immer mehr Leute in dieses Restaurant. Ihre Aussage: „Plötzlich kommen da diese ganzen Dirndlschlampen rein und das wurden immer mehr. Ich hab ja selber ein Dirndl [Anm.: sie kam aus Regensburg], aber ein richtiges, nicht so ein Möchtegern-Mini-Dirndl, bei dem man den Slip schon sieht.“ Bei dieser Aussage fing ich schon zu grinsen an. „Und die rannten alle rum und riefen ständig: Luca Toni, Luca Toni, der Luca Toni ist da“. Ich grinste noch mehr. Sie war nicht fußballinteressiert, deswegen sagte ihr der Name nichts. Sie wunderte sich nur, daß alle so aus dem Häuschen waren.

Der Andrang wurde so groß, daß die Restaurantleitung beschloß, den Eingang abzuschließen. Nun wollte sie aber zu mir hinaus und konnte nicht. Sie suchte einen Kellner und fragte, was los sei, sie wolle nach draußen. Der Kellner klärte sie auf, daß Luca Toni im Restaurant sei und sie deswegen abgeschloßen hätten. Ihr sagte der Name aber eben nichts, deswegen fragte sie einen Kollegen, der neben ihr stand, wer denn das sei. Der Kollege hatte aber keine Zeit mehr, ihr zu antworten, denn hinter ihr stand ein großer Mann in weißem T-Shirt und schwarzen, gegeelten Haaren und fragte sie, ob sie denn wirklich schon gehen wolle. Sie war über diese Ansage so verblüfft und aber auch verärgert, daß sie sich zu ihrem Kollegen umdrehte und meinte: „Wer, bitte schön, ist dieser Pizzabäcker??“
Ich mein, man kann es dem Luca Toni nicht verübeln, denn sie war bzw. ist eine richtig Hübsche, groß, schlank mit langen, braunen Haaren und sein „Frauenverschleiß“ ist in der ganzen Stadt bekannt. Ob das nun typisch italienischer Macho ist, laß ich mal dahin gestellt. wink Sie kannte ihn aber eben nicht und so kann man ihr diese Frage auch nicht verübeln. Ihre Frage rief bei dem Kollegen ein heftiges Gestikulieren hervor und er nahm sie kurzerhand am Arm und führte sie zur Tür. Dabei klärte er sie auf, wer Luca Toni ist. Der Kellner sperrte die Tür auf und sie konnte endlich zu meinem Taxi.

Während ihrer Erzählung, mußte ich schon bei den „Dirndlschlampen“ ordentlich grinsen, aber der „Pizzabäcker“ hat dann dem Faß zum Überlaufen gebracht. Ich muß heute noch darüber lachen. Aus einem B-Promi wird halt nun mal kein A-Promi und manchmal trifft es da nicht den Falschen. Der Luca Toni bleibt für mich ewig und 3 Tage der Pizzabäcker, nach dem Motto: „Möchtest Du eine Pizza von mir haben?“ big smile



P.S.: Die hier mitlesenden Bayernfans mögen meine Schadenfreude bitte entschuldigen, aber manchmal sind solche Begebenheiten zu treffend. wink

Cu Trixi

Die Ruhe vor dem Sturm

Samstag, 19. September 2009
Die heutige Nacht war bei mir zumindest gelinde gesagt eine kleine Katastrophe. Ganz München scheint innerlich den Atem anzuhalten und auf morgen zu warten. Die meisten Leute waren zu Hause geblieben und die Taxistände waren voll mit Aushilfswi**ernfahrern (sorry, die heißen wirklich so bei uns). "Ja nicht vor die Türe gehen." schien das Motto sein. Ich wage mir gar nicht vorzustellen, wie das morgen wird. Die ganze Stadt ist nämlich proppevoll, alle Hotels ausgebucht. Zum Einen wegen der noch laufenden Messe, die morgen erst zu Ende ist, zum Anderen wegen dem großen Ereignis morgen/heute Mittag um 12 Uhr. Aber irgendwie liegt die Stadt im Dornröschenschlaf und wartet auf den Prinzen Bürgermeister, der sie wach küßt.

Dementsprechend war die heutige/gestrige Schicht gar nicht berauschend. Ständig für 6 oder 8 € um die Ecke zu fahren, zerrt an den Nerven. Manchmal gibt es so Tage, an denen man einfach neben der Spur steht und am Geschäft vorbei fährt. Bei manchem Kollegen lief's hervorragend, bei anderen ähnlich wie bei mir.

Eine richtig nette Fahrt hatte ich relativ zum Schluß, als mir am Pacha ein junger Mann einstieg, der in die Poccistraße wollte. Zuerst war ich genervt, weil's keine allzu weite Fahrt war - sowie die ganze gestrige Nacht - und er außerdem mit der EC-Konto-Karte zahlen wollte. Das funktioniert aber bei mir meistens eh nicht. Während der Fahrt stellte er sich aber als ganz amüsanter und charmanter Mensch heraus. Er hatte gemerkt, daß ich schlechte Laune hatte und versuchte mich mit allerlei netten Sprüchen aufzumuntern.
Zuerst wollte ich gar nicht darauf einsteigen, denn wenn ich schlechte Laune habe, laß ich micht nicht so schnell davon abbringen.
Er ließ aber nicht locker und erklärte mir, daß ich mich doch auf morgen richtig freuen müßte, wenn's endlich los ginge, daß das alles eine Einstellungssache sei usw. Daß Taxifahren (und andere Jobs) eine Einstellungssache ist, war mir jetzt nicht unbedingt neu, aber irgendwie hatte er es durch seine nette Art tatsächlich geschafft, mich aufzuheitern. Normalerweise läuft das andersrum. Da muß ich die Fahrgäste oft aufheitern. Aber heute hat das dieser nette junge Mann mal bei mir gemacht.

Zum Schluß hatte ich dann doch noch nach 11 Stunden eine schöne Abschlußfahrt nach Poing, die die Schicht noch einigermaßen gerettet hat.
Und so schaue ich nun zuversichtlich auf den morgigen/heutigen Tag und darauf, daß es für uns Taxler auch heißt: O'zapft is. Morgen abend haben mit Sicherheit alle Taxifahrer inklusive mir einen großen Smilie im Gesicht, ganz bestimmt. wink

Cu Trixi