Die Fußballspieler des FC Bayern sind natürlich in der ganzen Nachtszene in München heiß umschwärmt und ein Anziehungspunkt. Oliver Kahn war zu seinen aktiven Zeiten regelmäßig in der Boulevardpresse vertreten und wo immer Bastian Schweinsteiger & Co. auftauchen, stehen sie im Mittelpunkt und die Mädels reißen sich um sie. Aber ich greife vor, immer der Reihe nach.
Letzte Woche vor dem Wiesnanstich war in München die Drinktec, die größte Messe für Getränketechnologie, die nur alle 4 Jahre stattfindet. Zu Beginn der Messe hatte ich eine sehr nette junge Frau in meinem Alter zu ihrem Hotel gefahren und weil wir uns so gut verstanden, hat sie mich ein paar Mal angerufen, damit ich sie fahre. Am Samstag, dem Wiesnbeginn, war die Messe zu Ende und ich erhielt gegen 1 Uhr früh einen Anruf von ihr. Sie war in einem italienischen Restaurant und wollte in ihr Hotel. Da es nicht weit weg war, sagte ich ihr, daß ich in 10 Minuten da sei. Sie wollte dann raus kommen, da das Restaurant in einem Innenhof war, in den ich nicht reinfahren konnte.
Gesagt, getan, nach 10 Minuten stand ich an der Straße und wartete auf sie. Und wartete. Nach 5 Minuten wurde ich etwas nervös, denn das Geschäft brummte um diese Zeit ordentlich und ich wollte nicht zu viele Fahrten verpassen. Ein Anruf auf ihrem Handy brachte nichts, es war wohl zu laut im Restaurant. Nach nochmals 5 Minuten kam sie dann endlich raus und war ziemlich aufgebracht und sauer. Nachdem ich sie gefragt hatte, was denn passiert sei, erzählte sie ihre Geschichte:
Zum Abschluß der Messe hatte ihre Firma - der größte Austeller der eine ganze Halle gemietet hatte - eine Feier in diesem Italiener gebucht. Das ganze Messeteam dürften ca. 50 Leute gewesen sein. Deswegen ging sie auch davon aus, daß sie allein in dem Restaurant waren. Waren sie auch fast, nur an einem Tisch war 1 großer, schlanker Mann mit 3 Mädels gesessen. Dieser große Mann war anscheinend nicht unbekannt, denn sie konnte beobachten, wie die Mädels per Handy ihre Freundinnen anriefen und ihnen Bescheid sagten, sie sollen in dieses Restaurant kommen. Die letzten Wiesnzelte hatten gerade geschloßen und so strömten mit der Zeit immer mehr Leute in dieses Restaurant. Ihre Aussage: „Plötzlich kommen da diese ganzen Dirndlschlampen rein und das wurden immer mehr. Ich hab ja selber ein Dirndl
[Anm.: sie kam aus Regensburg], aber ein richtiges, nicht so ein Möchtegern-Mini-Dirndl, bei dem man den Slip schon sieht.“ Bei dieser Aussage fing ich schon zu grinsen an. „Und die rannten alle rum und riefen ständig: Luca Toni, Luca Toni, der Luca Toni ist da“. Ich grinste noch mehr. Sie war nicht fußballinteressiert, deswegen sagte ihr der Name nichts. Sie wunderte sich nur, daß alle so aus dem Häuschen waren.
Der Andrang wurde so groß, daß die Restaurantleitung beschloß, den Eingang abzuschließen. Nun wollte sie aber zu mir hinaus und konnte nicht. Sie suchte einen Kellner und fragte, was los sei, sie wolle nach draußen. Der Kellner klärte sie auf, daß Luca Toni im Restaurant sei und sie deswegen abgeschloßen hätten. Ihr sagte der Name aber eben nichts, deswegen fragte sie einen Kollegen, der neben ihr stand, wer denn das sei. Der Kollege hatte aber keine Zeit mehr, ihr zu antworten, denn hinter ihr stand ein großer Mann in weißem T-Shirt und schwarzen, gegeelten Haaren und fragte sie, ob sie denn wirklich schon gehen wolle. Sie war über diese Ansage so verblüfft und aber auch verärgert, daß sie sich zu ihrem Kollegen umdrehte und meinte: „Wer, bitte schön, ist dieser Pizzabäcker??“
Ich mein, man kann es dem Luca Toni nicht verübeln, denn sie war bzw. ist eine richtig Hübsche, groß, schlank mit langen, braunen Haaren und sein „Frauenverschleiß“ ist in der ganzen Stadt bekannt. Ob das nun typisch italienischer Macho ist, laß ich mal dahin gestellt.

Sie kannte ihn aber eben nicht und so kann man ihr diese Frage auch nicht verübeln. Ihre Frage rief bei dem Kollegen ein heftiges Gestikulieren hervor und er nahm sie kurzerhand am Arm und führte sie zur Tür. Dabei klärte er sie auf, wer Luca Toni ist. Der Kellner sperrte die Tür auf und sie konnte endlich zu meinem Taxi.
Während ihrer Erzählung, mußte ich schon bei den „Dirndlschlampen“ ordentlich grinsen, aber der „Pizzabäcker“ hat dann dem Faß zum Überlaufen gebracht. Ich muß heute noch darüber lachen. Aus einem B-Promi wird halt nun mal kein A-Promi und manchmal trifft es da nicht den Falschen. Der Luca Toni bleibt für mich ewig und 3 Tage der Pizzabäcker, nach dem Motto: „Möchtest Du eine Pizza von mir haben?“

P.S.: Die hier mitlesenden Bayernfans mögen meine Schadenfreude bitte entschuldigen, aber manchmal sind solche Begebenheiten zu treffend.

Cu Trixi